2025 konnte die Tafel Oppenheim ihr 15-jähriges Bestehen feiern. Die meiste Zeit davon, nämlich mehr als 12 Jahre lang, wurde sie von Walter Lang als Geschäftsführer geleitet.
„Wenn ich gewusst hätte, was da auf mich zukommt“, sagte er einmal, „hätte ich die Stelle vielleicht nicht angenommen.“ Und doch ist er mehr als 12 Jahre dabei geblieben.
Mit viel Engagement und Herzblut hat er die Tafel auch durch zum Teil stürmische Zeiten gesteuert. Er war immer zuverlässig zur Stelle, war Ansprechpartner für die Mitarbeiterschaft und die Lieferanten und Märkte. In Corona Zeiten z.B. mussten räumliche Veränderungen vorgenommen werden und die Mitarbeitenden so in verschiedene Schichten eingeteilt werden, dass ein Tafelbetrieb unter Beachtung der gesetzlichen Auflagen nach der kurzzeitigen Schließung wieder möglich war. Als immer mehr Kundinnen und Kunden zur Tafel drängten, konnte der Kundenansturm nur bewältigt werden, in dem er das Ausgabesystem auf 14-tägige Ausgabe änderte. Mehrere hundert Tafelcards mussten auf jeweils zwei Gruppen für die zwei Ausgabetage umgestellt werden. Und schließlich musste sich Walter Lang quasi als Bauherr betätigen. Die notwendige Überdachung für die Lebensmittelausgabe im Freien musste mit Architekt, Behörden und Handwerkern geplant und umgesetzt werden. Es gäbe noch sehr viel mehr andere Aufgaben und Tätigkeitsfelder aufzuführen, und immer bestünde die Gefahr, etwas zu vergessen.
Zufällig fiel sein letzter Arbeitstag bei der Tafel auf den Tag der Osterbratenausgabe. Die Organisation und Durchführung der Weihnachtsbraten- und Osterbratenaktion lagen ihm immer besonders am Herzen. Ein schöner Abschluss also für viele Jahre im Dienst der Tafel und zugleich eine Gelegenheit um das Staffelholz an seinen Nachfolger Manfred Theis weiterzugeben.